So, nun ist es also soweit. Nach langem Gezerre und vielen gegenseitigen Verwünschungen hat man das gemacht, was man von anfang an hätte machen sollen. Der Wähler hat entschieden. Mit fast 70% im Forchheimer Landkreis und über 60% in ganz Bayern haben sich die stimmberechtigten Bürger für die Verschärfung des geltenden Rauchverbots ausgesprochen.
Das pikante daran ist: der Gesetzentwurf ist fast völlig identisch mit dem alten der CSU. Ein politisch genialer Schachzug der fast unbekannten ÖDP, die sich damit wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht hat. Lediglich die Ausnahme der Raucherclubs (die in Wirklichkeit ja gar keine Clubs sind, sondern einfach Gaststätten, in denen geraucht wird) wurde gestrichen.
Wie sieht's nun aus? Der Sprecher des Aktionsbündnisses „Bayern sagt Nein” macht vor allem die geringe Wahlbeteiligung verantwortlich, und behauptet nun, dass eine Minderheit hier über das Rauchverbot entschieden hätte. Tja, Herr Bergmüller, so funktioniert halt Demokratie. Wer nicht wählen geht, ist selber schuld.
Das für mich nun bemerkenswerte ist die Gleichbehandlung. Ob in öffentlichen Gebäuden, Vereinsheimen oder in Gaststätten, überall ist nun das Rauchen verboten. Bisher hatten die Festzeltbetreiber da eindeutig eine Sonderbehandlung, obwohl in Festzelten gegessen wird und sich auch Jugendliche aufhalten.
Bleibt abzuwarten wie die Behörden das neue Gesetz auch durchsetzen werden. Das Schlimmste sind Gesetze, an die sich keiner hält, wenn weiterhin die Aschenbecher auf den Tischen stehen und Nichtraucher, die sich gestört fühlen, nach draußen verwiesen werden. Das wäre eine groteske Verzerrung des Freiheitsbegriffs.
Als Gastwirt bin ich froh, dass ich diese unselige Trennung von Nichtrauchern und Rauchern nicht mehr vornehmen muss. Ein Teil des Dramas war die Empfehlung des Gaststättenverbandes, einen Nichtraucherbereich und einen Raucherbereich auszuweisen. Das hat zu massiven Problemen geführt. Einerseits gab es Raucher, die im Raucherbereich keinen Platz mehr fanden und dann natürlich in den Nichtraucherbereich gingen (Unmut!), andererseits gab es im Grenzbereich immer Rauchverwehungen (Unmut!) und zu guter Letzt den Streit innerhalb der Gruppen „geh'n wir in Raucher oder Nichtraucher?” - was schon manche Freundschaft belastet hat (Unmut!).
Mit einem Aufatmen nehme ich deswegen die Entscheidung zur Kenntnis. Kein Raucher muss bei mir alleine auf die wunderschöne Terrasse gehen. Wo steht denn, dass die Nichtraucher alleine am Tisch sitzen müssen? Leute, einigt euch auf Rauchpausen und dann, liebe Nichtraucher, zeigt, dass das Rauchen an sich unwichtig ist und begleitet die Raucher auf die Terrasse. Lasst Euch die Gemeinsamkeit nicht verderben.
Auch der Wirt nimmt mal seine Kaffeetasse und geht mit.