Regent, eine neue Rotweinrebsorte und über das Weinjahr 2006Dienstag, 31. Oktober 2006
Am gestrigen Montag waren wir wieder mal bei unserem Winzer. Natürlich haben wir ihn befragt, wie er wohl den heurigen Oktober sieht.
Seine Bilanz fiel durchaus gemischt aus. Während der Mai zu kalt und zu regnerisch war, war der Juni zu trocken. Die Ertragsmengen sind entsprechend. Die trockene Witterung erforderte sorgfältige Bodenbearbeitung; das Unkraut muss weg und gleich gemulcht werden, damit es nicht unnötig Wasser zieht. Im August war es dann wieder reichlich nass, die Beeren saugten sich mit Wasser voll. Einzelne Beeren platzen, bekommen feine Risse in der Beerenhaut und sind eigentlich anfällig für Schimmel.
Doch dann der sehr trockene Oktober! Der wärmste Oktober seit Beginn der Wetteraufzeichnung sorgte dafür, dass keinerlei Schimmel auftrat und die wenigen verbliebenen Beeren rosinenartig einschrumpften. Der Riesling kam mit 105° Oechsle vom Stock weg gleich in die Nähe einer Beerenauslese. Erstmals legte unser Winzer auch einen Weißburgunder an, der mit ähnlich hohen Werten begeisterte. Ich bin sehr neugierig, vermute aber, dass er den Wein nicht vor Mitte 2007 rausrückt.
Unter anderem haben wir einen Regent mitgenommen. Im Moment sitzen wir gerade zu zweit vor dem Rechner und testen. Diese Rebsorte, eine pilzresistente Neuzüchtung mit wenig Bedarf an Spritzmitteln, ergibt tiefroten Wein, der deutlich nach Holunderbeeren und Kirschen schmeckt. Herrliche Fülle!
Bleibt abzuwarten, was diese Rebsorte in den nächsten Jahren noch zu leisten vermag, wenn die Winzer damit Erfahrungen sammeln.
Der Regent ist eine “Erfindung” von Gerhard Alleweldt, die erst seit zehn Jahren Sortenzulassung erhalten hat. Ich bin gespannt.
Bundeswehr in AfghanistanDonnerstag, 26. Oktober 2006
Bundeswehrsoldaten haben in Afghanistan die Totenruhe gestört.
Ich finde es gelinde gesagt erstaunlich, dass das Herumspielen mit Knochen
dermaßen thematisiert wird.
Was wäre denn passiert, wenn jemand von Bundeswehrsoldaten erschossen worden wäre?
Vermutlich wäre das vollkommen in Ordnung gewesen und allenfalls einer Randnotiz
wert.
Wir leben in dem Wahn, dass die Bundeswehr eine "saubere" Armee wäre. Dem ist
nicht so. Die Bundeswehr ist eine Armee wie jede andere. Wie in jeder Armee
wird auf schizophrene Art die Illusion aufrecht erhalten, dass wir die "Guten"
und die anderen die "Bösen" sind.
Jetzt stellt sich heraus, dass der Kaiser keine Kleider hat.
Was das mit Kochen zu tun hat? Nichts.
Vollsperrung am DonnerstagMittwoch, 25. Oktober 2006
Morgen und am Freitag vormittag bekommen wir endlich die lang erwartete Asphaltdecke auf unserem schönen Kirchplatz.
Die letzte Zeit war er gar nicht schön. Seit Monaten beherrschten Baumaschinen das Bild. Immer wieder wurde die Zufahrt zu uns abgesperrt, wechselnd und unvorhersehbar.
Am Donnerstag also sind wir nicht mit dem Auto zu erreichen. Beide Zufahrtsstraßen werden gesperrt. Deswegen habe ich beschlossen, einen Tag Urlaub zu nehmen und das Lokal zu schließen.
Kubanischer Rum...Freitag, 20. Oktober 2006
Diese Woche bin ich durch seltsame Bekannte auf kubanischen Rum gestoßen.
Kuba war ja lange Zeit wegen des Embargos der USA nicht gerade ein Haupt-Rum-Exporteur. Der berühmte Ron Bacardi musste nach der Revolution Hals über Kopf das Land verlassen und die gesamte Destillerie zurücklassen, inklusive der neu eingekauften kanadischen Eichenholzfässer.
Fidél Castro ließ sich aus der nun "Ron Caney" getauften Destillerie versorgen. Ron Caney war in Cuba selbst schon sehr teuer, und nur Diplomaten und andere Persönlichkeiten erhielten diesen Rum.
Jetzt, nach allmählicher Öffnung, ist er auch in Deutschland in guten Bars und in der gehobenen Gastronomie erhältlich.
Ich habe nun am Mittwoch abend alle drei Sorten probiert und war sehr angetan. Mal sehen, was mir dazu noch einfällt.
ZEIT zu lesenMittwoch, 11. Oktober 2006
Schön, wenn man gute Presse bekommt. Noch besser, wenn das in einer überregionalen Zeitung geschieht.
Diese Woche sind wir tatsächlich in der ZEIT.
Thema war der Meerrettich, der im angrenzenden Baiersdorf angebaut und produziert wird.
Wie Sie sicher wissen, veranstalten wir jedes Jahr unsere Scharfen Wochen, wo es viele Spezialitäten rund um den Meerrettich gibt. Das nahm ein Reporter der ZEIT, der durch unsere Internetseiten auf uns aufmerksam wurde,
"ZEIT zu lesen" vollständig lesen
Geschrieben von Konni Scheller
in Ernährung, Essbares, Events, Gastrokultur
um
10:36
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