Karfreitags-ErfahrungenSamstag, 22. März 2008
Da schau her. War ganz schon was los am Karfreitag. Nachdem wir letztes Jahr gar nicht geöffnet hatten, waren wir nur in ganz kleiner Besetzung: Nelli und ich schmissen den Laden alleine.
Ganz begeistert waren die Gäste von den Limandesfilet. Limandes schreibe ich deswegen, weil die korrekt zoologische Bezeichnung „Rot-Zunge” sich gleich auf zweierlei Arten schlecht anhört (Rotz-unge und natürlich rote Zunge). In Wirklichkeit sind die Limandes einfach nahe Verwandte der Seezungen, viele Gastwirte scheren sich überhaupt nicht um die Bezeichnung und schreiben gleich Seezungen. Was es allerdings nicht geben wird am Karfreitag: ofenfrische Schäuferla. Man glaubt es kaum, aber selbst das wurde verlangt. Gut, man kommt wahrscheinlich nicht in die Hölle (die Vorhölle alias Fegefeuer wurde ja kürzlich abgeschafft), aber es offenbart doch einen gewissen Mangel an Kultur. Und auch am heutigen Samstag hatte ich gut zu tun. Sowohl durchreisende Gäste zu mittag als auch weit angereiste Gäste am Abend. Samstag gab es natürlich ofenfrische Schäuferla. Und dafür sind Gäste 60 km (einfach!) gefahren. Und danach 60 km wieder zurück. Das ist eine Ehre — und eine Verfplichtung. Auch „aus dem Internet”, genauer gesagt vom Usenet, hatten wir wieder Besuch. Hotelreservierungssystem - eine schwere GeburtFreitag, 21. März 2008
Im Februar hatte die Stadt Forchheim, genauer gesagt, das „Tourist-Info” alle Forchheimer Hoteliers, Gasthofbesitzer und sogar die Vermieter von Privatwohnungen angeschrieben.
Ein stadtweites Hotelreservierungssystem ist geplant. Der Tourist oder Geschäftsmann kann sich dann zentral auf der Übernachtungsseite der Stadt Forchheim informieren, ob noch Zimmer frei sind, statt sich mühsam durch jedes Hotel in der Liste durchzutelefonieren. Und das Beste daran: es kostet weder den Gast etwas noch dem Hotelier. Das System ist für Berherberger (in der Grundausstattung) völlig kostenlos. Die Resonanz war leider ziemlich mager. Testen Sie doch einmal und prüfen Sie: Stand März 2008 erscheint ein einziges Gasthaus: der Rote Ochs. Selbst das größte und teuerste Hotel in Forchheim beteiligt sich nicht am Projekt der Stadt Forchheim. Warum, ist äußerst schwer nachzuvollziehen. Mir soll's recht sein; dann kommen eben die Gäste zu mir. Karfreitag ist ein stiller TagFreitag, 21. März 2008
Heute ist der höchste Feiertag der evangelischen Christen. Die Katholiken stellen diesen Tag ganz ins Zeichen der Besinnung.
Der Gesetzgeber sieht das ähnlich und verbietet an diesem Tag „jegliche Musikdarbietung”. Deswegen gibt es heute keine Klaviervorträge von mir - wir wollen doch brave Staatsbürger sein. Morgen darf ich wenigstens „ernste” Stücke spielen (was auch immer das bedeuten soll). Ob das noch auf der Höhe der Zeit ist? Immerhin sind 30% der Deutschen keine Christen mehr. OstereinkaufDonnerstag, 20. März 2008
Eine ziemliche Liste habe ich mir da zusammengestellt: Limandesfilet, Jakobsmuscheln, Lachsfilet, Seeteufel, Lachsforelle, Thunfischsteak. Dann noch Lammkeule, Ochsentafelspitz, Rinderfilet, wunderbar abgehangenes Roastbeef.
An Vegetabilen Lebensmitteln kaufte ich Mangold, Blattspinat, frische Salate, Mairübchen, Zitronengras, Erdbeeren, Ananas, Gurken, Strauchtomaten, Kirschtomaten, Kresse, Auberginen, Zucchini, Orangen, Kartoffeln, Zwiebeln und noch einigen Kleinkram. Mein Auto wird langsam zu klein. Linkliste #4Mittwoch, 19. März 2008WeineinkaufMittwoch, 19. März 2008Im Januar war ich wieder mal bei unserm Hauswinzer. Josef Olinger vom Weingut Gebrüder Müller. Er hatte mich auf den Abend einbestellt, damit er richtig Zeit hat. Und tatsächlich durfte ich die Weine vom Jahrgang 2007 aus dem Faß probieren, eine echte Jungweinprobe. Es war sehr interessant. Mit als erstes habe ich gelernt, dass Rebsorten wie Müller-Thurgau in „guten” Lagen nicht unbedingt besseren Wein hervorbringen als in kühleren Lagen. Gerade beim Müller-Thurgau kann es passieren, dass man den optimalen Reifezustand in wärmeren Lagen schnell verpasst. Der Wein bekommt dann eine unangenehme, flüchtige Note, die bei längerer Lagerung aber wieder verschwindet. Überhaupt die Lagerung. Weine werden heutzutage viel zu jung getrunken! Viel zu jung. Es passiert immer häufiger, dass Winzer schwach angeredet (fränkisch für „dummes Geschwätz”) werden, sie würden Ladenhüter andrehen wollen, wenn man einen drei oder vier Jahre alten Rotwein auf der Liste stehen hat. Gerade Rotwein tut die Lagerung gut, aber auch einfachen Weinen schadet ein Jahr Ruhe ganz und gar nicht. Unser Riesling zum Beispiel ist von 2001. Ein herrlicher, spritziger und frischer Wein, mit Aromen, die ein junger Wein von 2006 gar nicht entwickeln kann. Wenn man nicht auf Masse macht, dann sind die Weine auch so extraktreich, dass selbst einfache Weine gut lagerfähig sind. In den letzten Jahren (Jahrzehnten?) sind aber immer mehr trinkbare Weine auf den Markt gekommen, die noch keine zwei Jahre alt sind. Im Extremfall Weine von der Südhalbkugel, die bereits im Herbst des laufenden Jahres zum Verkauf und zum Trinken angeboten werden. Was hat es mit diesen Weinen auf sich? Nun, diese Weine sind „gemacht”. Das heißt, sie sind schon jung auf trinkbar getrimmt. Die Weine werden entsäuert, man lässt ihnen spürbare Restsüße zukommen (Restsüße: unvergorener Most wird sterilisiert und dem vergorenen Wein zugegeben. Ein erlaubtes Verfahren). Der enthaltene Zucker macht den Wein fülliger, „runder” und deutlich gefälliger. Auch wenn Extrakt fehlt. Die Restsüße überdeckt Schwächen im Wein. Natürlich wird der Wein auch billiger in der Herstellung. Allerdings hält er sich auch nicht so gut, wenn der Extrakt fehlt. Diese Weine sind typischerweise nach ein paar Jahren am Ende. Das kann mit Weinen vom Josef Olinger nicht passieren.
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