Vorsorge für Selbständige

Tja. Was soll ich sagen. Vielleicht zuerst eine kleine Kurzbiographie. Ich bin Jahrgang 1964, absolvierte die Mittlere Reife und anschließend die Lehre als Koch. 1991 legte ich die Meisterprüfung ab.

Geschäftsübernahme, Selbständigkeit, Krankenversicherung

Kurz danach übernahm ich den "Roten Ochsen" von meinem Vater. Und so geriet ich das erste Mal in das Selbständigendasein. Jetzt ohne "automatische" Versicherung, stellte sich die Frage, was zu tun sei. Die Frage nach der Rentenversicherung hat sich beinahe von selbst erledigt, als hörte, dass die "freiwillige Versicherung" nicht mehr möglich sei. Stattdessen gibt es eine "Pflichtversicherung auf Antrag". Die hätte mich damals exorbitante 800 DM pro Monat gekostet. Und da damals schon das demographische Problem der Rentenversicherung absehbar war, entschloss ich mich, privat vorzusorgen.

Rentenversicherung

Die Rentenversicherung schied also aus. Und so entschloss ich mich damals, in eine private Lebensversicherung einzuzahlen. Dass es sich um eine fondsgebundene handelt, betrachte ich als zusätzlichen Vorteil.

Krankenversicherung Vergleich gesetzliche und private

Nachdem ich zuerst weiterhin in der AOK geblieben war, erwartete mich eine ziemlich heftige Überraschung. Das Geschäftsjahr 1991 war sehr gut. Wohl bedingt durch die Maueröffnung und die relative Grenznähe boomte die Gaststätte. Entsprechend gut fielen die Einnahmen aus, und entsprechend erhöhte sich der Beitrag zur Krankenversicherung. So kam eine satte Nachzahlung zustande. So weit, so gut.

Das Jahr 1992 war dann eher normal - und so rechnete ich mit einer Rückerstattung. Was beim Finanzamt problemlos funktioniert (sogar mit Kirchensteuer...), ist für die gesetzliche Krankenversicherung wohl ein Unding. Nix gibbs! Keine Rückzahlung.

Darüber war ich so erbost, dass ich sofort gekündigt habe. Der Vergleich Finanzamt hat überhaupt nichts gebracht, die Krankenversicherung wäre eine völlig andere Angelegenheit, wurde mir damals beschieden.

Und so machte ich mich daran, einen Vergleich von Krankenversicherungen durchzuführen

Der erste Punkt ist natürlich, dass eine private Krankenversicherung einkommensunabhängig ist. Was natürlich den Vorstellungen der Sozialpolitiker total widerspricht.

Mir sagte das zu. Ich hatte keine Lust, Jahr für Jahr mein Einkommen zu offenbaren - zumal es da einige Ungereimtheiten zwischen Finanzamt (da werden z.B. Einkommensarten gegeneinander verrechnet) und gesetzlicher Sozialversicherung gibt (da zählen offenbar - aber nur manchmal - Einnahmen und nicht Gewinn).

 

Kurz, der Vergleich fiel eindeutig zu Gunsten der Privaten Krankenversicherung aus. Die Gestaltungsfreiheit ist wesentlich höher, ich kann verschiedene Modelle wählen, Krankengeld, Betreuungsstufen und Selbstbeteiligung. Ich wählte eine relativ hohe Selbstbeteiligung, da ich die Krankenversicherung nur als Notanker für schlechte Zeiten sehe. Also wenn z.B. einmal eine Operation notwendig sein sollte.

Bis jetzt ist die private Krankenversicherung noch nicht in die Lage gekommen, etwas bezahlen zu müssen. Abgesehen von einer Beitragsrückerstattung von 16,57 € - mit Scheck, das hat System, damit sie das Geld ein bißchen länger haben - hab ich von der Versicherung noch kein Geld gesehen. Was natürlich auch daran lag, dass ich nicht ernsthaft krank wurde.

Wenn man einmal die Medikamente und die Behandlung selbst bezahlt hat, dann stellt man fest, dass das alles gar nicht so schlimm ist. Die Ärzte haben wirklich keinen leichten Job. Selbst wenn sie von Privatpatienten das 3,2 fache verlangen können - es ist nicht allzuviel und durchaus bezahlbar. Natürlich nur dann, wenn man nicht chronisch krank ist und außerdem das gesparte Geld nicht schon verbraten hat.

Doch wohin geht denn das ganze Geld der Beitragszahler? Das fragt man sich ernsthaft.

Medikamentenkosten

Die Antwort ist leicht: es sind die Medikamentenkosten im Krankenhaus. Keine Ahnung, warum das Zeug so viel kostet - die Herstellungskosten und die Proben können es nicht sein. Vielleicht muss man da noch Seminare finanzieren, zu denen man die Chefärzte einlädt? Und solche Seminare sind nicht unbedingt in Wolfenbüttel oder Buxtehude.

Vieles liegt im Argen. Und keiner weiß es. Nur so ist verständlich, warum nicht jeder schreiend auf die Straße rennt.