1000 Jahre Burk

Tausend Jahre Burk

Bistum Bamberg

Vor genau 1000 Jahren, im Jahre 1007, wurde das Bistum Bamberg von König Heinrich II. (der später sogar zum Kaiser gekrönt wurde), gegründet. Hauptzweck war damals, die Slaven zu missionieren und einen politischen Gegenpol zum Markgrafen von Schweinfurt zu setzen, der mit dem König Bolesław I. Chobry verbündet war.

Von den benachbarten Bistümern Würzburg und Eichstätt erhielt das neue Bistum Bamberg weitreichende Ländereien, die den Grundstock für das Bistum darstellten.

Die Urkunde wurde zum Allerheiligentag 1007 ausgestellt und machte Eberhard I. zum Bischof von Bamberg. Er blieb es bis zum Jahre 1040, sein Nachfolger war Bischof Suidger.

1000 Jahre Burk

Schriftzug

Slierbach, das spätere Burk

Die Schenkungsurkunde markiert gleichzeitig die erste urkundliche Erwähnung unseres Ortes Burk. Vom ursprünglichen Ortsnamen „Schlehenbach”, damals in der Schenkungsurkunde als „Slierbach” bezeichnet, blieb noch der Flurname „Am Schlehenbach” sowie eine kleine Straße im westlichen Teil des Ortes übrig.

Der Name „Burk” geht auf eine Burg zurück, die dann den ursprünglichen Ortsnamen verdrängte. Vermutlich stand die Burg dort, wo die Kirche des Ortes
heute steht. Wie ein Aussichtspunkt hebt sie sich über dem ehemaligen Regnitztal, heute dem Tal des Rhein-Main-Donau-Kanals in den Himmel.

Gut vorstellbar, dass dort die ursprüngliche Burg stand, von der der Ort seinen Namen erhielt. Wie Dieter George schrieb, kann man etymologisch nachweisen, dass Burk schon vor 900 entstanden sein muss [1]. Leider wurden in Burk noch zu wenig Ausgrabungen gemacht, um gefestigte Erkenntnisse zu gewinnen. Auch wenn kein vollständiger Nachweis erbracht werden konnte, kann man mit einiger Berechtigung annehmen, dass die Gegend von Burk lange vor den Franken schon besiedelt war.

Da die Franken in dieser Gegend ostwärts vordrangen, ist es logisch, dass zuerst der Flussübergang gesichert wurde bevor in Forchheim ein Königshof angelegt werden konnte.

Im Jahre 1121 trat eine historische Gestalt in Erscheinung: Heinrich von Altenforchheim. Einer seiner Vetter war „Herrman von Burch“, zusammen hießen sie „Fri Forchheimere“. Es waren also Freie, Adelige, die in Burk, damals eben Altenforchheim [2] ansässig waren.

Burk und die Pilatussage

Völlig unbestätigten Gerüchten nach soll der römische Statthalter Pontius Pilatus deutscher Abstammung gewesen sein und aus Forchheim stammen. Der Grund für diese Sage ist ein Bericht in der Chronik von Petershausen, in der über die Forchheimer Wahl im Jahre 1077 von Rudolf von Schwaben zum Gegenkönig erklärt wird, die Wahl habe „an einem unseligen Ort auf dem Landgut des Pontius Pilatus”
stattgefunden.

Hieraus darf nicht wirklich geschlossen werden, dass Pontius Pilatus in Forchheim ein Landgut hatte, sondern der Schreiber jener Zeilen wollte damit den Ort der (Gegen-)Königswahl und somit die Wahl selbst diskreditieren. Damit bleibt die Frage, warum er eine historische Person, die nicht eindeutig gegen Jesus Christus eingestellt war, dafür eingespannt hat. Wäre nicht ein Landgut des Judas oder des Hohenpriesters zweckdienlicher gewesen? Offenbar baute der Vergleich auf einen Namen auf, der bereits in ähnlicher Form gebräuchlich war.

Der alte Flurname südwestlich von Burk („Pilodes”) stützt diese These, allerdings gibt es andere Erklärungsversuche. Mancher versucht den Flurnamen auf das altslawische „poty byl otec”, auf deutsch etwa „Straße der Väter” zurückzuführen. Demnach lag Burk also an einer alten Handelsstraße.

Burk und die Wogastisburg?

Der Münchner Slawist H. Kunstmann sieht in Burk das „Wogastisburc” des fränkischen Chronisten Fredegar, der von der Niederlage des Merowingerkönigs Dagobert gegen die Slawen berichtet. Das Terrain ist dafür geeignet, allerdings ist auch diese Deutung höchst umstritten.

Fußnoten

[1] Name Burk. Aus dem Flurnamen „Altenbürg” sowie noch der erhaltenen Eigenbezeichnung der Einwohner „Bürker” kann geschlossen werden, dass der Name vor 900 entstanden sein muss. Die Bezeichnung „Bürg/k” geht auf das althochdeutsche „burgi” zurück, eine Bezeichnung, die etwa 900 verschwunden ist.

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[2] Altenforchheim. „Alt” bezeichnet nicht das Alter, denn Altenforchheim hieß schon so, als es noch neu war, sondern lateinisch „hoch” – Burk war höher gelegen als Forchheim. Möglich ist auch die Deutung, dass hoch im Sinne von kultisch hochstehend gemeint war, dass also ein kultischer Platz gemeint war.

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Geschichte

Es war einmal – zur Geschichte des Roten Ochsen

Rudolf Scheller

Bild vom Rudolf
Der Gründer des Roten Ochsen. Im Jahre 1860 heiratete er die Wirtstochter Margaretha Welker, die hier im Haus Nr.74 ansässig war und eine damals bereits 200 Jahre alte Bierschankstätte betrieb. Rudolf Scheller war also nicht nur Schnitzer, sondern jetzt auch Bauer und Wirt. Er hatte die Bildhauerei von seinem Vater Jakob Scheller gelernt. Dessen Großvater, Werner Scheller, hatte das Handwerk seinerzeit bei Johann Bernhard Kamm aus Bamberg gelernt (Kamm hatte unter anderem den Anna-Altar in der Basilika in Gößweinstein geschaffen).

Aber ein großes Unglück traf die Familie. Nach nur einem Jahr starb die Frau an einer Totgeburt. Die Trauer dauerte aber nicht lange, nur sechs Monate später heiratete er Maria Kunigunda Gunselmann aus Buttenheim, mit der er sechs Kinder hatte. Im Jahre 1881 hat er endlich die Konzession zur Gastwirtschaft bekommen. Im Jahre 1902 übergab er an seinen Sohn.

Johann Scheller

Johann Scheller
In jeder Generation gab es einen Johann. Ausnahmsweise übernahm der jüngste Sohn das Gasthaus. Er war im Dorf sehr aktiv, unter anderem war er auch Feuerwehrkommandant, und im Gesangsverein sang er Tenor. Irgendetwas muß ich von ihm haben, mein Großvater sagte mir, er hatte auch immer einen Witz auf der Pfanne. 1906 wurde im Gasthaus der Gesangsverein Burk gegründet. Im runden Jahr 1900 heiratete er Elisabeth Schorr, Hs. Nr. 28 in Burk. Mit ihr hatte er 4 Kinder. Statt beim Militär war er 6 Jahre beim Königlichen Leibregiment in Schloß Linderhof beim Prinzregenten Luitpold, für den Weltkrieg war er schon zu alt.

Postkarte klein

Silverius Scheller

Silverius Scheller
1932 übernahm Johanns jüngster Sohn die Gastwirtschaft. Im gleichen Jahr heiratete er Kunigunda Welker. Mit ihr kam der große Aufschwung. 1930 wurde der Sportverein Burk – damals hieß er noch „Turn- und Sportverein Burk“ gegründet und der Rote Ochs war das Vereinslokal. Jeden Sonntag gab es eine zünftige Rauferei – einiges davon kann man heute noch am Stammtisch hören. 1936 baute der Vater vom heutigen Architekten Langenbuch den Saal.
Immer wieder mußte der Saal umgebaut und erweitert werden. Das Haus hatte keine Ruhe. Silverius war nicht das Glück seines Vaters beschieden, er mußte 1939 bis zum Kriegsende 1945 an die Ostfront. Kurz vor der Heimkehr wurde er von den Amerikanern bei Baiersdorf (nur 6 Kilometer von zuhause entfernt) aufgegriffen und in das berüchtigte Lager bei Bad Kreuznach – Bretzenheim verbracht. Viele fanden dort den Tod, er überlebte bis auf die Knochen abgemagert.

Gasthaus 1963
Während der ganzen Zeit führte meine Oma das Geschäft weiter. Nach dem Krieg begann der Wiederaufbau. 1956 wurde die Gastwirtschaft vergrößert und das heutige Dreikönigszimmer gebaut. 1963 wurde von seinem Sohn Konrad zusammen mit Silverius eine Metzgerei eröffnet. Am 1. Januar 1974
übergab er seinem Sohn die Gastwirtschaft und Metzgerei, das Arbeiten ließ er sich jedoch bis zu seinem Tod nicht nehmen.

Konrad Scheller

Konrad Scheller sen.
Konrad Scheller übernahm ganz offiziell 1974 Gastwirtschaft und Metzgerei. Er war ja schließlich gelernter Metzger, und seine Frau Metzgereifachverkäuferin. Insgesamt vier Lehrlinge hat mein Vater ausgebildet. Unsere Metzgerei war bis zu ihrer Schließung im Jahr 1991 aus gesundheitlichen Gründen beliebter Ratsch-Treffpunkt des Ortes.
Aber sie machte auch viel Arbeit. Natürlich halfen auch die Eltern Silverius und Kunigunda noch mit. Nebenbei hatten wir noch Landwirtschaft – ein paar Äcker, eine Wiese und etwas Wald, und dazu noch Rindviecher, Schweine und Hühner. Doch das wurde zuviel, und so wurde nach und nach alles abgeschafft. Im Jahr 1978 renovierten meine Eltern das Gasthaus im oberbayerischen Stil mit viel Holz. Natürlich gab es kleine Veränderungen. Der Garten wurde
mehrfach umgestaltet.

Gastwirtschaft mit Metzgerei
Die Metzgerei war in den späten 70er Jahren die tragende Säule des Geschäfts. Mit viel
Liebe und Engagement kümmerte sich Elisabeth Scheller um Ihre Kunden. Die Metzgerei war
nicht nur ein Laden, sondern auch wegen der Nähe zu Friedhof und Kirche eine der Kommunikationszentralen
des Ortes. Konrad Scheller verstarb 2017 nach langer schwerer Krankheit.

Als ich – Konrad „Konni“ Scheller – 1991 das Gasthaus übernahm, führten wirtschaftliche Überlegungen dazu, dass die Metzgerei wieder geschlossen wurde. Stattdessen ist im Anbau nun ein Kühlraum und ein weiterer Arbeitsraum geschaffen worden.

 

 

 

Vor einigen Jahren bauten wir noch eine Grillhütte dazu, um im Biergarten auch größere Feste halten zu können. Bautechnisch ein kleines Meisterstück, da „windschief”, das heißt asymmetrisch gebaut, und mit allem Komfort. Auch der hier ansässige Schachclub feierte hier sein jährliches Grillfest.

Gedeckter Tisch auf der Terrasse
Terrasse mit Aussicht

Im Jahr 2010 kam dann die Sommerterrasse dazu. Dazu musste erst der alte Kühlraum abgerissen werden. Mit viel Eigeninitiative wurden 27 Bäume abgeholzt, die graue Mauer abgerissen und durch ein Geländer ersetzt und eine hochmoderne LED-Bodenbeleuchtung eingebaut. Vor allem abends eine einmalige Atmosphäre, während tagsüber eine wunderschöne Aussicht über das westliche Regnitztal bezaubert.

Bühnenansicht mit festlich gedecktem Saal
Festssaal für 90 Personen

Der vorerst letzte Baustein war der Festsaal. Die gesamte Täfelung wurde abgerissen und der Saal ist jetzt hell und freundlich und auch für große Gesellschaften bis ca. 120 Personen geeignet.